Wir leben in interessanten Zeiten. Mögen sie bald vorbei sein!

Liebe Mitglieder!

Ostern ist und niemand geht hin!

Was in Zeiten vor der Krise als müder Scherz abgetan wurde, ist heute am Vorabend des Gründonnerstages bittere Realität.

Wir bleiben zuhause, tragen Schutzmasken, kümmern uns um unsere älteren Mitbürger und die gefährdeten Personen. Wir versuchen Kinder, Arbeit, Haushalt und Freizeit unter einen Hut zu bringen,

Wir arbeiten im Homeoffice und versuchen in außerordentlichen Zeiten so etwas wie Normalität in den – oft beengten Alltag – einfließen zu lassen.

Manche von uns haben sich sicher gefragt, was tun wir eigentlich bei Slow Food. Wofür steht unser Convivium? Was bedeuten die Sätze von Carlo Petrini in Zeiten der existentiellen Krise?

Slow Food  ist eine Non-Profit-Organisation, die für den Erhalt von lokalen Esskulturen, Produkten und Traditionen einsteht. Seit ihren Anfängen ist Slow Food zu einer Bewegung mit Millionen Anhängern in 160 Ländern herangewachsen. Die Grundidee von Slow Food ist, dass Essen mit einer Vielzahl von Aspekten in unserem Leben wie Kultur, Politik, Agrikultur und Umwelt in Verbindung steht – und dass wir dadurch die Art, wie Essen angebaut, produziert und vertrieben wird, mit unseren Entscheidungen prägen.“(Zitat aus „Die Arche des Geschmacks“)

 Ich kann nur für mich sprechen. Mir ist jetzt noch mehr bewusst, wie zerbrechlich unsere Umwelt geworden ist. Nicht nur im Sinne der Klimakatastrophe oder verseuchter Flüsse und kranker Wälder.

Mein Bewusstsein richtet sich viel mehr auf das Unmittelbare. Auf mein Einkaufsverhalten. Auf die Produkte die ich verwende. Woher ich das Fleisch für das Gulasch beziehe, wer mir mein Gemüse liefert und anbaut, woher die Eier für meinen Ingwerkuchen stammen, welchen Wein ich trinke und welches Bier ich zur Osterjause trinke. Woher der Schinken, woher die Selchwürste und aus welchem Maul des Kalbs-Schweins oder Rindszunge stammt.

Jetzt gilt es noch mehr unseren einheimischen Produzenten unter die Arme zu greifen. Ob Demeter, Bio oder herkömmlicher Produzent, das alles ist jetzt zweitrangig. Regional ist jetzt Slow Food.

Wenn die Zeiten wieder weniger aufregend und fordernd sind, dann dürfen wir uns wieder den semantischen Wortklaubereien, dem „Ich bin aber mehr Slow Food als Du“ und anderen Kindereien widmen.

Liebe Mitglieder, ich wünsche allen Betroffenen, dass sie das Licht am Ende des Tunnels schon hell leuchten sehen. Ostern ist nicht zufällig das Fest der Auferstehung. Und in diesem Fall glaube ich ganz fest daran, dass es nach den Osterfeiertagen wieder aufwärts und vorwärts geht.

Es ist mir ein Anliegen ihnen ein gesegnetes Osterfest zu wünschen. Auch wenn der Kreis ihrer Familie heuer nur virtuell gebildet werden kann. Ich wünsche ihnen auch viel Kraft ihre persönliche Krise zu überstehen. Wenn wir uns wieder begegnen, sollten wir im Tal der Tränen soviel gelernt haben, dass wir etwas achtsamer mit unserer Existenz umgehen.

ihr

Klaus Schauer

Obmann

 

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